Vereinsfuehrung

Finanzmanagement

Der nette Herr vom Finanzamt kann ein großer Fußballfan sein. Doch seine Begeisterung über den Torjäger-Instinkt des Mittelstürmers hat mit seiner Dienstpflicht als Finanzbeamter nichts zu tun. So ist auch sein Lieblingsverein nicht nur gegenüber seinen Mitgliedern, sondern auch gegenüber dem Finanzamt Rechenschaft über die Vermögens- und Ertragslage schuldig.

Ein professionelles Finanzmanagement ist auch im Sportverein unverzichtbar. Zu den Aufgaben dieses Finanzmanagements gehören die Dokumentation aller Geschäftsvorfälle, die erwähnte Information gegenüber den Mitgliedern und dem Finanzamt, das Erstellen einer Planungsgrundlage für den Vereinshaushalt und die Kontrolle der Wirtschaftlichkeit oder der Gemeinnützigkeit des Vereins. Aber auch die Lagerbestände in der Vereinsgaststätte – wie viel Fässer Pils befinden sich noch im Keller? – oder im Sportshop müssen im Auge behalten werden.

Wer als junger Mensch in den Genuss einer kaufmännischen Ausbildung oder eines betriebswirtschaftlichen Studiums kam, der weiß genau, dass das Handwerkszeug für ein effizientes Finanzmanagement das Rechnungswesen ist. Man hat also in der Handelsschule die vielen Buchungssätze und das Erstellen einer Bilanz nicht umsonst gelernt. Auch im Sportverein geht es um Finanzbuchhaltung, Kosten- und Leistungsrechnung, Statistik und Planungsrechnung. Wer glaubt, dass viele feurige und torhungrige Stürmer*innen für die Existenz des Vereines reichen, der irrt gewaltig. Eine ordnungsgemäße Finanzbuchhaltung ist sowohl steuerrechtlich als auch zivilrechtlich für jeden Sportverein als externes Rechnungswesen zwingend. Kosten- und Leistungsrechnung, Statistik und Planungsrechnung gehören als Techniken des internen Rechnungswesens dagegen zu den freiwilligen Aufgaben.

Unvergesslich dürfte es für jeden älteren Fußballfan sein, wenn in den Mitgliederversammlungen der großen Traditionsvereine wie Borussia Dortmund oder Schalke 04 mit harten Bandagen und lebhaft bis zur persönlichen Schmerzgrenze über die ganz plötzlich maroden Finanzen des geliebten Vereins gestritten wurde.

Doch um irgendwelche Skandale und Auseinandersetzungen in der Mitgliederversammlung zu vermeiden, sollte auch der*die Finanzmanager*in des kleinen Vereines laufend chronologisch und sachlich alle Geschäftsvorfälle dokumentieren. Eine ordentliche Buchführung, das Erstellen eines Inventars mit der Erfassung des Vermögens und der Schulden durch körperliche Bestandsaufnahme und die jährliche Rechenschaftslegung über die Vermögens- und Ertragslage des Vereines sind zwingend.

Es muss nachgewiesen werden, dass die Geschäftsführung den Erfordernissen der Gemeinnützigkeit entspricht und eventuellen Zuschussgebern muss ein Nachweis über die Verwendung der Mittel gemacht werden. Damit der Getränkehändler und Sponsor von nebenan auch weiß, was der Verein mit seinem Geld gemacht hat. Für die Kosten- und Leistungsrechnung, für die Statistik und für die Planungsrechnung gibt es selbstverständlich auch zahlreiche Aufgabe zu beachten.

Weitere Infos unter folgenden Link: http://go.lsb-nrw.de/